Das Gebäude und seine Geschichte

Die älteste urkundliche Erwähnung des ältesten Gasthauses in Weil derStadt stammt  aus dem Jahr 1601. Das Gebäude hat den Stadtbrand am Ende des Dreißigjährigen Kriegs als eines der wenigen unversehrt überstanden.Umfassend renoviert wurde das "Rössle" im Jahr 1743.Diese Renovierung gab dem "Rössle" sein heutiges Aussehen.

Dabei dürften Teile der Grundmauern und Teile des Gebälks  noch  aus dem Jahr 1471 stammen ,das Jahr in dem die Stadtmauer bis an die Würm verlegt wurde um die Stadt zu vergrößern. Bei den jünsten Sanierungsarbeitem kamen eine Türöffnung und ein Fenster zum Vorschein die vermutlich vom Urgebäude stammen.

 

Im 18. Jahrhundert befand sich das "Weiße Rössle" im Besitz der Familie Gall und war das Elternahaus des Freiburger Medizinprofessors Hans Michael Gall (1741 - 1805).

Das "Rössle" gilt auch als Stammhaus der "Gallschen Zeugenhandlungs-Compagnie", einer Handelsgenosschenschaft, welche seit etwa 1690 die Produkte der Weiler Tuchmacher auf Märkten und Messen vertrieb ( bis nach Zurzach in der Schweiz).

Die Tuchmacher hatten hier ihre Zunftstube.

 

Im 19. und 20. Jahrhundert gehörte das Lokal für mehrere Generationen der Familie Schöninger. Viele Bürgermeister dieser Zeit stammen aus dem "Rössle".

Von 1743  bis 2001 wurde das "Rössle" als Gaststätte genutzt und stand dann leer.

Die Gebäudesubstanz war sehr schlecht.Besonders die Westfassade war durch Wasserschäden stark beschädigt.Es wird vermutet, dass die Westfassade aus dem Jahr 1471 stammt , als die Stadt vergrößert und die Stadtmauer an ihren heutogen Standort verlegt wurde.

 

Da die Gefahr bestand, daß das "Rössle" an Investoren verkauft wirdr , die das denkmalgeschützte Umfeld nicht berücksichten, wurde schließlich das Gebäude  entsprechend dem Willen der beiden Stiftungsbeber Else Schmidt und Max Adler von der Schmidt-Adler-Stiftung dank des persönlichen Einsatzes unserer  Ehrenbürgerin Dr.Rose Schnaufer und des damligen  Bürgermeister Hans-Josef Straub  gekauft.

Im Rössle wird auch die der Stiftung gehörende Sammlung von Bilder des Malers Karl Brändle aufbewahrt .In  der denkmalgeschützten ehemaligen Scheuer des Rössle sind die historischen Hohensteiner "Kasperles-Puppen " des Ehepaars Eva und Rudolf Karl untergebracht.Das "Kasperle-Theater" wir von den Weiler Clowns am Leben gehalten und bespielt. In der ehemaligen Brauerei (heute Seilerstüble) können geschlossene Gesellschaften feiern.

Das vierhundert Jahre alte Fachwerkhaus liegt in der Südostecke der Altstadt, unweit der Würmbrücke. Umgeben wird das Gebäude von der Stadtmauer und dem Seilerturm.

In seiner unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich das mittelalterliche Spital mit siener schönen spätgotischen Kapelle sowie das Museum der Narrenzunft AHA.

 

Das Gebäude hat zwei Stockwerke. Über dem Erdgeschoss, an der Hoffassade, befindet sich eine malerische Holzveranda, die früher von den Gerbern zumTrocknen von Tierhäuten genutzt wurde.

 

Bei der Renovierung des ersten Stocks wurden die Deckenbalken freigelegt und anschließend gebürstet. Nichtragende Wände entfernt und die Wände zwischen dem Fachwerk verputzt. Ein neuer Boden wurde verlegt, das Treppenhaus durchgehend bis in den zweiten Stock ausgebaut sowie eine kleine Küche und Toiletten eingerichtet.Erst 2013 konnte das Erdgeschoss saniert und zur Gaststätte ausgebaut werden . 

 

Dank einer weiteren Stiftung sowie einem Zuschuss von 60000 Euro des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Weil der Stadt sowie von 10000 Euro des Heimatvereins Weil der Stadt  und dem Erlös aus verschiedenen Veranstaltungen wurden weitere Baumaßnahmen im Erdgeschoss durchgeführt. Nach umfassender Renovierung des EG und der Einrichtung als Gaststätte konnte das Erdgeschoss am 8.Dezember 2013 mit einem Riquewihr Tag eröffnet werden.Inzwischen wurde das Erdgeschoss verputzt.Im Juni 2015 konnten  nach 14 jähriger Renovierung die Arbeiten am Gebäude abgeschlossen werden.2016 wurde dann der Innenhof neu geüpflastert. Das dort in Stein verlegte "schwarze Rössle" wurde von der Firma Steinhardt aus Reutlingen in Anerkennung unserer ehrenamtlichen Arbeit gespendet.

Mit der Erteilung einer Gaststättenkonzession im Dezember 2014 ist die Funktion des Gebäudes als dies älteste noch in Betrieb befindliche Gaststätte Weil der Stadts wiederhergestellt.Die Gaststätte wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben.Der gesamte Erlös geht in die Stiftung.